/ Pfarrkirche Sant Bartomeu

Pfarrkirche Sant Bartomeu | Beschreibung

Die 1248 in der Bulle von Innozenz IV. erwähnte Pfarrei von Montuïri war Santa María und Sant Pere gewidmet und wird zusammen mit der Pfarrei von Castellitx genannt. Das erste Gebäude aus dem 13. Jh. stand neben Can Millordies im Ortsteil Molinar. Der Ursprung des heutigen, Sant Bartomeu gewidmeten Gotteshauses geht auf das 14. Jh. zurück. 1515 wurde das Dach renoviert und 1552 mit der Renovierung des Glockenturms begonnen. Ende des 16. Jh. wurde das Gotteshaus erweitert und zwischen 1750 und 1773 das Dach und das Gewölbe im Altarraum renoviert. 1813 wurde die Treppe gebaut, die „Es Graons“ genannt wird. Ein Umbau in den 50er Jahren des 20. Jh. deckte einen Teil der gotischen Elemente auf, die nach barocken Renovierungen verborgen geblieben waren.
Das Gotteshaus erhebt sich an einem steingepflasterten, erhöhten Platz, zu dem man über die Es Graons genannten zwölf Stufen gelangt. Die Hauptfassade ist sehr schlicht gehalten: Das Hauptportal ist mit einer Oberschwelle versehen und einem barocken Frontispiz, das eine Nische mit der Darstellung einer Heiligen enthält. Das Ganze wird von einer Regenleiste aus Dachziegeln geschützt, über der sich eine Rosette befindet. Das Seitenportal vor Es Graons ist mit Türpfosten mit Voluten sowie einem Frontispiz mit dem Wappen des Ortes und der Jahreszahl 1643 versehen. Darüber fällt eine moderne Uhr besonders auf. Der Glockenturm links von der Fassade ist auf quadratischem Grundriss erbaut, mit fünf Stockwerken und Ziergiebel (der fünfte Stock ist auf jeder Seite mit zwei Spitzbogen versehen). Links vom Glockenturm gelangt man durch einen Flachbogen zur Gasse „Carreró del Campanar“, die in Stufen nach unten führt.
Das Innere der Kirche besteht aus einem in sechs Abschnitte unterteilten Schiff mit Tonnengewölbe mit Stichkappen und sechs Seitenkapellen auf jeder Seite, in die man durch einen Flachbogen gelangt. Die Decke des Schiffs ist mit sechs bemalten Medaillons geschmückt, eines an jedem Abschnitt, auf denen seitlich die jeweiligen Baujahre der Decke eingetragen sind. Die Stichkappen enthalten in jedem Abschnitt ein Rundfenster mit Scheiben aus dem 20. Jh. mit Heiligen. An der Fußseite des Gotteshauses befindet sich eine Empore, die von einem gedrückten Bogen gestützt wird, mit Kreuzgewölbe, das in der Mitte in einem Schlussstein mit dem Ortswappen zusammenläuft. Auf der Empore befinden sich die Orgel aus dem 17. Jh. sowie eine Reihe von Gemälden mit Propheten, Werken von Jaume Martorell aus dem Jahr 1775.
Der Altarraum mit viertelkugelförmigem Apsisdach enthält den von Josep Sastre Tamorer 1789 geschaffenen Hauptaltaraufsatz, der in drei Flügel und zwei Ebenen unterteilt ist. Auf dem mittleren Flügel befindet sich im ersten Abschnitt ein Tabernakel und darüber, auf dem zweiten eine Darstellung von Sant Bartomeu, dem die Kirche gewidmet ist. Die Seitenflügel werden von anderen Heiligendarstellungen eingenommen. An der linken Wand des Altarraums ist ein Gemälde der Heiligen Jungfrau Mare de Déu del Pilar zu sehen, während an der rechten ein Portal in die Sakristei führt, mit einem rechteckigen Raum, der von zwei Kreuzgratgewölbeabschnitten bedeckt wird, sowie einem Handwaschbecken aus Stein mit dem Wappen von Montuïri aus dem Jahr 1642.
Die Kapellen auf der linken Seite oder der Evangelienseite sind: Die Taufkapelle unter der Empore mit dem Taufbecken, im Stil der Renaissance auf sechseckigem Grundriss erbaut, mit pyramidenförmiger Beckenabdeckung aus Holz und einem Fenster mit der Darstellung der Taufe Jesu. Die Kapelle zu Ehren von Sant Antoni, mit einem barocken Altaraufsatz, der von der Darstellung des Heiligen, dem die Kirche gewidmet ist, beherrscht wird. Die tief gelegene oder Roser-Kapelle aus dem Jahr 1698 auf kreuzförmigem Grundriss, die in zwei Abschnitte, nämlich Kreuzschiff mit zwei Seitenkapellen und Altarraum, unterteilt ist, wobei der erste Abschnitt mit Kreuzgewölbe und der zweite mit Tonnengewölbe bedeckt ist. Das Kreuzschiff wird von einer Kuppel überragt. Es hat eine Apsis und einen Hauptaltaraufsatz aus dem Jahr 1805 mit der Darstellung der Heiligen Jungfrau Mare de Déu del Roser im Zentrum. Die Kapelle des Sant Crist. Die Kapelle zu Ehren von Sant Josep mit Altaraufsatz aus der Blanquer-Schule aus dem Frühbarock. Die Kapelle zu Ehren der Immaculata.
Die Kapellen auf der rechten Seite oder der Epistelseite sind: Die erste, unter der Empore gelegene Kapelle ist mit zwei kleinen Barockbogen ausgestattet, von denen der rechte als Fuß für die zur Empore führende Treppe dient. Die Kapelle zu Ehren des Namen Jesu, mit einem manieristischen Altaraufsatz aus dem frühen 17. Jh. und dem Wappen der Familie Villalonga im Schlussstein des Gewölbes. Die Seitenkapelle mit Gewölbedecke mit zwei Stichkappen; die Kapelle der Heiligen Herzen „Sagrats Cors“ mit einem neobarocken Altaraufsatz und den Darstellungen von Maria und Jesus. Die fünfte Kapelle enthält die Fragmente des Renaissance-Altaraufsatzes zu Ehren von Sant Bartomeu, einem Werk von Mateu Llopis aus dem 16. Jh. und ein Relief mit der Darstellung einer Seele im Fegefeuer im Schlussstein des Gewölbes. Die Kapelle zu Ehren von Santa Catalina de Sena, mit einem Gemälde, auf dem die Heilige, der die Kapelle gewidmet ist, dargestellt ist.