/ Sanktuarium Santuari talaiòtic de Son Corró

Sanktuarium Santuari talaiòtic de Son Corró | Beschreibung

Das Sanktuarium befindet sich auf Kilometerhöhe 2,800 der Straße von Sencelles nach Costitx. 1894 entdeckte Joan Vallespir de Can Pere Pina, Eigentümer eines Anwesens in Son Corró, die Stierköpfe aus Bronze. Die archäologische Gesellschaft Societat Arqueològica Lul•liana versuchte, Ausgrabungen an der Fundstelle durchzuführen und ersuchte die öffentlichen Einrichtungen, die Stücke zu kaufen, doch wurden diese anderweitig erworben und in das Archäologische Nationalmuseum nach Madrid gebracht. 1995 wurde an der Stätte erneut gegraben und in einer heftig umstrittenen Aktion die Mittelpfeiler rekonstruiert.
Laut Víctor Guerrero „ist das Sanktuarium eines der typischen Bauwerke der sakralen Architektur der Talayot-Kultur (Ende der Bronzezeit/Eisenzeit) auf Mallorca. Es handelt sich um einen Bau auf viereckigem oder leicht rechteckigem Grundriss mit kaum differenzierten Achsen, ohne innere Unterteilungen, also mit einem einzigen Raum“. Die Rückmauer kann unterschiedlicher Typologie, das heißt entweder apsidial oder gerade sein. Es handelt sich um freie Gebäude ohne Anbauten, die sich innerhalb der Siedlungen oder in der Nähe ihrer Kultstätten befinden. Die Sanktuarien können einzeln stehen, „ohne Begleitung anderer renommierter Bauwerke, obwohl sie natürlich territorial mit nahe gelegenen Wohngebieten in Verbindung standen. Dies wäre der Fall von Son Mas und dem benachbarten Ort Son Ferrandell (Valldemossa) oder von Son Corró […], das mit Sicherheit mit der nahe gelegenen Siedlung Pujol in Beziehung stand […]. Heilige Stätten werden nicht willkürlich gewählt. Der Mensch beschränkt sich darauf, sie ausgehend von aufschlussreichen Hinweisen oder Anzeichen zu ‘entdecken’, die je nach Kultur die unterschiedlichsten Formen annehmen können“. (Guerrero, V.: Revista de Arqueología, Nr. 178, Februar 1996).
Bei neuerlichen Ausgrabungen sind weitere Stücke aus Bronze gefunden wurden. Darüber hinaus konnten die Mauern, die den rechteckigen Grundriss im nördlichen/nordöstlichen Bereich bilden, konsolidiert werden. Es wurden sechs Säulen rekonstruiert, die in zwei parallelen Reihen zu jeweils drei Säulen stehen. Dies war der umstrittenste Punkt, da sich die Archäologen nicht darüber einigen können, ob es sich bei der Fundstätte um einen bedachten oder offenen Bereich gehandelt hatte und ob die Säulen regelmäßig oder unregelmäßig (wie in der von B. Ferrà 1895 angefertigten Skizze) angeordnet waren. Die Innenfläche des Sanktuariums beträgt 84,5 m2.